Was man über Lepra wissen sollte

Lepra ist eine Krankheit, deren Erreger ein Bakterium, das mycobakterium Leprae, ausschließlich die Haut und das äußere Nervensystem befällt, jedoch nicht das Gehirn. Das Bakterium wurde 1872 von Dr. Gerhard Armauer Hansen, Norwegen, entdeckt. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion und ist nur bei der lepromatösen ( ansteckenden ) Form ansteckend, und nur dann , solange der Patient nicht in medikamentöser Behandlung ist. Um angesteckt zu werden, ist ein längerer direkter Kontakt mit einer ansteckenden Form notwendig.

Die Inkubationszeit ( Periode von Ansteckung bis Ausbruch der Krankheit ) dauert von 2 bis 15 Jahren. Nicht alle Menschen erkranken an Lepra, mehr als 90% haben eine natürliche Immunität gegen den Erreger. Unterernährung, mangelnde Hygiene, schlechte Wohnverhältnisse begünstigen die Verbreitung der Lepra, weil gerade durch diese Faktoren Krankheiten wie Würmer, Flöhe, Allergien, Gastritis, Darmerkrankungen etc auftreten , die das Immunsystem schwächen. Lepra ist heilbar, je früher die Behandlung beginnt, desto schneller erfolgt die Heilung.

Die Behandlung dauert zwischen 6 bis 12 Monaten und besteht aus der Multidrugtherapie - eine Kombinierung von Antibiotika. Bei einigen Lepraformen kann das Bakterium einen Nervstrang befallen und große Schmerzen mit Funktionsausfall verursachen, was bei der Hand, dem Fuß oder Auge schwere Schäden anrichten kann. Hier muss mit Kortison und Ruhigstellung behandelt werden.

Während der Behandlung und bis zu 6 Jahren nach Abschluss der Behandlung können die gefährlichen Leprareaktionen auftreten, die dem Patienten noch erheblichen Schaden zufügen können. Es handelt sich hier um eine Reaktion des Immunsystem gegenüber den zerstörten Bakterien.

Wenn so eine Reaktion im Bereich eines Nervstranges stattfindet, dann verursacht das große Schmerzen mit Funktionsausfällen bei Hand, Fuß und Auge , was zu schweren Verstümmelungen führen kann. Hier muss mit Kortison und Ruhigstellung behandelt werden.

Wenn diese Reaktionen im Hautbereich auftreten, können sie schwere Wundgeschwüre mit anschließender Narbenbildung verursachen, was z.B. das Gesicht eines Menschen entstellen kann.

Wichtig zu wissen ist, dass die Weltgesundheitsorganisation -WHO- bei seiner Kampagne zur Ausrottung der Lepra bis zum Jahre 2005 gewisse Fakten herunterspielt oder gar verheimlicht. In den letzten 10 Jahren wurden jährlich mehr als 600.000 neue Leprafälle entdeckt. In 91 Ländern werden noch Leprafälle registriert. In vielen Ländern wurde die Lepradiagnostik vernachlässigt wegen Krieg, Katastrophen oder fehlender Mittel.

Die Vereinten Nationen stellten in ihrem letzten Jahresbericht fest, dass Armut, Hunger, Elend zugenommen haben und in vielen Entwicklungsländern die Gesundheitsversorgung sich verschlechtert hat.

Die WHO berücksichtigt bei ihren Zahlen nur Leprapatienten , die in medikamentöser Behandlung sind, und vergisst die 3 Millionen Leprakranken, die mit schweren Körperbehinderungen leben müssen und auch auf Hilfe angewiesen sind.

Der Kampf gegen Lepra ist nicht nur eine medizinische Sache, sondern vor allem auch eine soziale und menschliche Angelegenheit.