Pressebericht vom DAHW über die Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 9. Mai 2002

"Ich bin glücklich über jeden, dem ich helfen kann!"

DAHW-Entwicklungshelfer Manfred Göbel wurde Ehrenbürger von Mato Grosso/Brasilien
Würzburg/Cuiaba. Dem deutschen Krankenpfleger Manfred Göbel wurde in Cuiaba, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, für seine Verdienste beim Aufbau und der Entwicklung dieser Region der Titel "Ehrenbürger von Mato Grosso" verliehen.
v.l. Manfred, Dr. Uwe Kästner -Deutscher Botschafter, Eike Kramm -Deutscher Konsul in Cuiaba

Seit 1979 koordiniert Manfred Göbel, verheiratet mit der brasilianischen Lepraärztin Marisa, im Auftrag des Deutschen Aussätzigen-Hilfswerks (DAHW), Würzburg, die Lepra- und Tuberkulosearbeit in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul.
In diesem Gebiet, dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland, legt er jährlich Tausende von Kilometern zurück. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsdiensten ist er verantwortlich für die Behandlung kranker Kinder und Erwachsener und die Ausbildung medizinischen Personals. An Schulen, in Radio und Fernsehen, organisiert er Aufklärungskampagnen, um den Menschen die Furcht vor der Lepra zu nehmen. Oft führen ihn seine beschwerlichen Reisen zu den unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeitenden Zuckerrohrschlägern, Edelsteinschürfern und Goldgräbern im brasilianischen Urwald, unter denen die Armutskrankheiten Lepra und Tuberkulose weit verbreitet sind.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Universität von Cuiaba würdigte Landtagspräsident Humberto Bosaipo die Verdienste Manfred Göbels um den Gesundheitsdienst in Mato Grosso. Er hob die Leistungen der deutschen Bevölkerung hervor, die dem DAHW mehr als 1,5 Millionen US-Dollar zur Förderung dieser Arbeit zugewendet hat. Mehr als 40.000 Leprakranke und 7.000 Tuberkulosepatienten konnten damit bis heute geheilt werden. Auch der deutsche Botschafter in Brasilien, Dr. Uwe Kästner, zeigte sich beeindruckt von der Ehrung und drückte seine Anerkennung aus über das Erstarken von Demokratie und Zivilgesellschaft in Brasilien. Der brasilianische Abgeordnete und Arzt Dr. André Bringsken begleitet den Weg Manfred Göbels in Mato Grosso seit seinem Beginn. Er schilderte, dass der DAHW-Beauftragte trotz politischer Verfolgung und massiver Behinderungen seinem Ziel beharrlich treu geblieben sei, sich und sein Leben jenen zu schenken, die leiden. Es sei Manfred Göbels Verdienst, sich mit allen Verantwortlichen an einen Tisch zu setzen, um das Problem Lepra und Tuberkulose gemeinsam anzugehen.

Auch Manfred Göbels Frau Marisa hat in der Vergangenheit für ihr Engagement hohe Anerkennung erfahren: Erst kürzlich ehrte sie der Landtag von Mato Grosso, weil sie "durch ihre berufliche Tätigkeit, Ethik und Person zur Würde und Stellung der Frau in Mato Grosso beiträgt".

Durch seine aufrüttelnden Vorträge hat Manfred Göbel auch in Deutschland viele persönliche Freunde gewonnen. Stellvertretend dafür steht der von ehemaligen Mitschülern gegründete Förderkreis seiner Heimatgemeinde Rebdorf bei Eichstätt (www.leprahilfe-goebel.de), der seine Arbeit ideell und materiell unterstützt.

Manfred Göbel bekannte einmal: "Ich bin glücklich über jeden, dem ich helfen kann. Unser Lepra-/Tuberkulose-Programm gehört zu den besten in Brasilien. Und vor allem in den Köpfen der Menschen, in ihrer Einstellung gegenüber den Leprakranken konnten wir in den letzten Jahren vieles ins Positive kehren. Aber grundlegend und tiefgreifend wird sich die Situation der Armen erst dann ändern, wenn sich auch Brasilien ändert. Bis dahin ist es noch ein langer, mühevoller Weg. Und bis dahin brauchen auch die Kranken weiterhin unsere Unterstützung."

Peter Schweiger, DAHW