Was man wissen sollte

Seit 1979 arbeitet Manfred Göbel im Auftrag des DAHW in Brasilien.

Brasilien gehört zu den Ländern, in denen die Lepra noch ein großes Problem ist, denn die Zahl der neuen Leprafälle steigt weiterhin und besonders betroffen sind Kinder. Auch die Angst vor der Lepra nimmt zu, die Leute fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn ihre Leprakrankheit bekannt wird.

Kolpingszentrum in Rondonopolis

Besprechung im Kolpingzentrum: v.l.
Landeskoordinator, Präsident Pater Hans Henning,
Hans Nirschl von AGEH-Köln, Manfred

Die Errichtung des ersten Leprazentrums Rondonopolis 1984 im Staat Mato Grosso geht auf Initiative von Manfred Göbel zurück. Nach Aufbau eines vorbildlichen und anerkannten Leprazentrums hat er 1993 sein Tätigkeitsfeld erweitert. Im Auftrag des DAHW arbeitet Manfred Göbel mit KOLPING BRASILIEN zusammen. Er ist außerdem Verbindungsmann zwischen dem DAHW / Kolping und dem brasilianischen Gesundheitsministerium.

Sein Tätigkeitsfeld umfaßt heute:

Versorgung der Außenstationen - deren weiteste 1.400 km von Cuiaba entfernt liegt - mit Medikamenten und medizinischen Materialien, Organisation, Koordination und Beratung des Lepra-Kontrolldienstes in den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, ausgehend von der Regierungshauptstadt Cuiaba.

Seine Reisen führen ihn oft zu den unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeitenden Zuckerrohrschlägern und Edelsteinschürfern, unter denen die "Krankheit der Armut", die Lepra, besonders verbreitet ist.

Sozialarbeiter besuchen nach schwerem Unwetter einen
Leprakranken. Vor seinem Haus seine ganze Habe.

Versorgung eines Diamantenwäschers im Busch vor seiner Lehmhütte.
Rechts mein Begleiter, ein Gesundheitsagent.
Joaquino, Leprakrank, arbeitete mit 12 Jahren 10 Std./Tag bei 40 Grad Hitze als Diamantenwäscher. Wir haben ihm eine Schul- und Berufsausbildung bezahlt. Heute, 15 Jahre später, er ist von Lepra geheilt und verheiratet.
Reihenuntersuchungen im Busch, 10 Stunden bei 40 Grad im Freien, ca. 150 bis 200 Menschen kommen pro Tag.
Da bin ich fix und fertig abends.
Antonio 3 Jahre und seine Schwester 12 Jahre. Beide
Lepra, wohnen in dieser armseligen Hütte im Armenviertel. Die Eltern haben die Kinder verlassen.
Wir versorgen diese Kinder mit Lebensmittel.
Besuch bei einem Leprakranken,
der als Medizinmann im Busch arbeitet.
Beide Beine amputiert.
Im nationalen Leprazentrum in Sao Paulo 1979.
Ein leprakrankes Kind, der Lepraarzt und ich.
Das Kind ist heute verheiratet und gesund.
Unterwegs im Urwald, Amazonasgebiet. Tour: 2500 km durch das Indianergebiet der Xingu. Man darf sich keine Panne leisten. In der Gegend gibt es Banditen, Jaguare, Wölfe, Affen und Schlangen.

Gemeinsam mit dem Gesundheitsteam gehört dazu auch die Betreuung der durch die Lepra behinderten Patienten.

Neben vielen in der Region errichteten Behandlungsposten baute das Team zwölf Schuhwerkstätten auf, in denen Behinderte Schuhwerk und Einlagen zum Schutz ihrer durch Nervenschäden empfindungslos gewordenen Füße erhalten.

 

 

  

Auch bei Gesundheitsaufklärung hat Manfred Göbel die Nase vorn. Er hält Vorträge in Schulen, er organisiert Kurse für Ärzte und Gesundheitshelfer, er spricht in Rundfunk und Fernsehen.

 

 

Manfred bei einer Rundfunkaufnahme.  

Die Mitarbeiter von Stadtverwaltungen ermöglichen es ihm, Aufklärungsblätter über Merkmale und Behandlungsmöglichkeiten der Lepra zusammen mit der Wasserrechnung an die Haushalte zu verschicken, um so möglichst viele Familien zu erreichen.

Trotz mancher Rückschläge und Widrigkeiten lässt ein Rückblick auf die vielen Jahre seines Einsatzes Manfred Göbel hoffen

Als er die Lepraarbeit aufnahm, wurden Aussätzige noch von der Polizei abgeholt und oft lebenslänglich in einem Leprasorium interniert, wie das auch aus dem Europa des Mittelalters überliefert ist. Heute können die Leprakranken dank der hochwirksamen Medikamente geheilt werden und ein menschenwürdiges Leben führen, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird.